Kurzbeschreibung

CEE Allianzen

Auf Grund von 67 Milliarden Euro an österreichischen Direktinvestitionen in den MOEL (mittel- und osteuropäische Länder) bleibt diese Region auch in Zukunft ein wesentlicher politischer und wirtschaftlicher Partner für Österreich. Um in einem gesamteuropäischen Kontext die Anliegen der MOEL-Staaten zu wesentlichen industrierelevanten Themen wie der europäischen Wettbewerbsfähigkeit (z.B. Energie- und Klimapolitik, Handelspolitik, „Better Regulation“ sowie Ausbau einer modernen Infrastruktur in der Region) durchzusetzen, bedarf es einer engen Koordinierung und Abstimmung der MOEL.

In diesem Sinn hat die IV auch die Mittelosteuropäische Arbeitgeberinitiative initiiert, die die Positionen von sechs Arbeitgeberverbänden koordiniert und gegenüber den nationalen und europäischen Institutionen vertritt.

Weitere Mitglieder: Kroatien: HUP (), Slowakei: RUZ (), Slowenien: ZDS (), Tschechien: SP (), Ungarn: MGYOSZ ()

 

Globale Trends & Entwicklungen

Um globalen Trends und Entwicklungen Rechnung zu tragen, bedarf es einer Stärkung des „international mindsets“ in der österreichischen Politik, Verwaltung und Gesellschaft sowie einer verstärkten Verankerung internationaler Best-Practice-Modelle in die politische Umsetzung.

In diesem Sinn muss auch ein effizienter internationaler Auftritt Österreichs ein wichtiges Handlungsfeld sein/darstellen. Die außenpolitischen Akteure Österreichs sollten österreichische Wirtschaftsinteressen bestmöglich und koordiniert in internationalen Organisationen und bilateralen Beziehungen vertreten (z.B. internationale Finanzinstitutionen, EU-Organe, UN-Organisationen, internationale Entwicklungszusammenarbeit).

Handelspolitik

Freier Handel ist ein wichtiger Motor für Wirtschaftswachstum, schafft Arbeitsplätze und sichert Wohlstand. Insbesondere in Österreich als vergleichsweise kleiner Volkswirtschaft hat sich eine starke Exportwirtschaft (Exportquote 54 Prozent) basierend auf freiem und fairem Handel stets als Garant für die Sicherung unseres Wohlstandes erwiesen. Dies belegt nicht zuletzt die Erfolgsgeschichte des österreichischen Beitritts zur Europäischen Union.

Aus Sicht der IV gilt es daher eine aktive europäische Handelspolitik zu unterstützen, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und heimischen Industrie zu erhöhen. Deshalb befürwortet die IV sowohl den Abschluss von EU-Freihandelsabkommen zur Sicherung des Zugangs zu globalen Märkten (u.a. CETA, TTIP, EU-Japan) wie auch die Weiterentwicklung effektiver Schutzinstrumente gegen unlautere Handelspraktiken.

In diesem Kontext kommt einer sicheren Versorgung der heimischen und europäischen Industrie durch Rohstoffe eine besondere Bedeutung zu. Rohstoffe sind zentrale Produktionsfaktoren für Unternehmen. Derzeit machen Rohstoffkosten im Durchschnitt über 40 Prozent der Gesamtkosten eines Unternehmens aus. Eine Reihe von Trends (z.B. steigende Nachfrage durch globales Wirtschaftswachstum, Protektionismus in produzierenden Ländern) erschweren zunehmend die ausreichende Versorgung der Industrie mit Rohstoffen zu international vergleichbaren Bedingungen. Vor diesem Hintergrund ist der faire und freie Zugang zu international gehandelten Rohstoffen für die Industrie von zentraler Bedeutung.

TTIP

Das Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen (TTIP), über welches die EU und ihr größter Handelspartner, die USA, seit 2013 verhandeln, soll durch Erleichterungen beim transatlantischen Handel Arbeitsplätze schaffen und die Standards der Zukunft setzen.  

Durch den wechselseitigen Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen (v.a. Öffnung des öffentlichen US-Beschaffungsmarktes, verstärkte Kooperation in Regulierungsfragen zur Vereinfachung von Zulassungsverfahren) sind Wachstums- und Beschäftigungseffekte zu erwarten. Durch die Anerkennung und die Möglichkeit der Gestaltung gemeinsamer technischer Standards kann die Wettbewerbsfähigkeit Europas und Österreichs erhöht werden. Gelingt das EU-US-Abkommen nicht, gerät Europa tendenziell ins Abseits und andere aufstrebende, integrierte Wirtschaftsräume, wie die kürzlich beschlossene Transpazifische Freihandelszone TPP zwischen elf Pazifikanrainerstaaten und den USA, gewinnen noch weiter an Dynamik.

Aus Sicht der Industrie ist TTIP daher eine wichtige Weichenstellung für Österreich und Europa. Deshalb hat die IV eine eigene Initiative gestartet, die auf Bedenken und bestehende Skepsis eingeht sowie das Potenzial des Abkommens analysiert. Mit diesem Beitrag soll eine faktenbasierte Diskussion erleichtert werden: – für Menschen, die sich gerne ihre eigene Meinung bilden.  

Wachstumsmärkte erschließen

Für die Zukunft von Wachstum und Wohlstand in Österreich müssen unsere Unternehmen ihre internationalen Chancen bestmöglich nutzen können. Ihr Erfolg auf den neuen globalen Wachstumsmärkten, wie etwa China oder Iran, sowie anderen aufstrebenden Märkten Lateinamerikas und Südostasiens, ist die beste Zukunftsversicherung. Aufstrebende Regionen eröffnen neue Exportmöglichkeiten, gleichzeitig wachsen die Herausforderungen für den Standort, seine Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext zu erhalten.

Aus Sicht der IV ist es notwendig, einen besseren Zugang zu diesen Märkten für die heimische Industrie durch eine aktive Außen- und Handelspolitik zu gewährleisten sowie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen in Österreich und Europa herzustellen. Weiters muss der Wirtschaftsstandort Österreich als Hub in Richtung dieser Wachstumsmärkte etabliert werden (z.B. Seidenstraße Neu).

Gemeinsam mit dem Bundeministerium für Europa, Integration und Äußeres und der Wirtschaftskammer Österreich wird von der Industriellenvereinigung die „Austrian Leadership Programms – ALPs“ in Form eines internationalen Besucherprogramms durchgeführt. Das Ziel ist die Etablierung eines nachhaltigen Netzwerks mit Entscheidungsträgern und Meinungsmultiplikatoren aus ausgewählten Ländern, welches für die Wahrnehmung österreichischer außenpolitischer und wirtschaftlicher Interessen genützt wird.

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