Allianz der Vernünftigen

IV-Vorarlberg Präsident Martin Ohneberg und ÖGB Vorarlberg Vorsitzender Norbert Loacker lehnten vergangene Woche gemeinsam die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ab. Die Wirtschaftspartnerschaft der Vorarlberg Arbeitgeber- und -nehmervertreter meldete sich dazu deutlich zu Wort.

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Flexible Kurzarbeit

Wolfang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), forderte unlängst als Mittel gegen die Arbeitslosigkeit die Reduktion der gesetzliche Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche auf 38,5 Stunden. Zudem soll die Normalarbeitszeit auf Basis der Kollektivverträge (KV) auf 35 Wochenstunden verringert werden – bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich. In Vorarlberg regt sich Widerstand, sowohl von Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite.

Arbeitsplatzsicherheit geht vor

Norbert Loacker, Vorsitzender des ÖGB Vorarlberg, findet dazu deutliche Worte: „Wer das fordert, ist mitverantwortlich, wenn die Lohn- und Lohnnebenkosten stark ansteigen. Das würde für große Vorarlberger Industriebetriebe mit einem Exportanteil von über 90 % in absehbarer Zeit auf dem Weltmarkt zu Problemen führen.“ Für ihn als Gewerkschaftsvertreter und Betriebsrat habe die Sicherung der Arbeitsplätze oberste Priorität, Arbeitszeitpolitik auf Kosten der Arbeitsplatzsicherheit komme daher nicht in Frage.

Arbeit nicht beliebig verteilbar

Auch IV-Vorarlberg Präsident Martin Ohneberg sieht den Vorschlag kritisch: „Wie man jetzt eine Diskussion in Wien zu einer 35-Stunden-Woche oder einem Überstunden-Euro anzünden kann, ist einfach fahrlässig. Ich bin froh, dass die Gewerkschaft in Vorarlberg klarstellt, dass das kein adäquates Mittel zu einer Belebung des Arbeitsmarktes ist. Wir können nur gebetsmühlenartig wiederholen, dass Arbeit nicht beliebig verteilt werden kann. Es ist realitätsfremd, wenn gewisse Funktionäre in Wien eine kürzere Arbeitszeit bei gleichem Gehalt fordern.“

Allianz der Vernünftigen

Martin Ohneberg und Norbert Loacker sind sich einig: „Wir brauchen heute mehr denn je eine Allianz der Vernünftigen. Herausforderungen wie eine schwächelnde Konjunktur und steigende Arbeitslosenzahlen können wir nur gemeinsam in den Griff bekommen. Am Ende des Tages wissen die Unternehmen, dass sie ohne motivierte, zufriedene Arbeiter nichts erreichen, genauso wie motivierte Arbeiter nichts ohne ein gesundes, wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen erreichen.

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