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[ 03.07.2010 ]

Doppelmayr-Prestigeprojekt über den Rhein

Doppelmayr eröffnete größte Seilbahn Deutschlands.

Gerade einmal vier Minuten dauert die Seilbahn-Fahrt über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein in Koblenz - und doch ist die gestern feierlich eröffnete größte Seilbahn Deutschlands in mehrerer Hinsicht sowohl für die Region als auch den Vorarlberger Seilbahnhersteller Doppelmayr einzigartig. „Jetzt haben wir hier etwas, was sonst nur aus dem Hochgebirge gekannt wird", lobte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck die Doppelmayr-Bahn. Und tatsächlich sind innerstädtische Seilbahn-Lösungen zumindest in Europa noch ausgesprochen rare Attraktionen. Ein Umstand, dem Doppelmayr mit dem Prestigeprojekt über den Rhein zumindest in Sachen Image entgegenwirken will.

 

Doppelmayr will in die Städte

In neun Monaten eröffnet die deutsche Bundesgartenschau (BUGA) in Koblenz. Zwei Millionen Besucher werden zu dem alle vier Jahre in einer anderen Stadt ausgetragenen Spektakel erwartet. Auf der Suche nach einem entsprechend klimafreundlichen Transportmittel wurden die Veranstalter auf den Vorarlberger Seilbahnhersteller Doppelmayr aufmerksam. Bis zu 7600 Personen befördert die gestern eingeweihte Seilbahn pro Stunde, für die Realsierung des 12 Mill. Euro teuren Projekts wurden 14 Monate in Anspruch genommen. Ein lohnendes Engagement für Doppelmayr, wie das begeisterte Echo der rund 70 anwesenden Journalisten untermauerte. „Wir wollen mit diesem Projekt zeigen, dass eine Seilbahn ihre klare Berechtigung im öffentlichen Nahverkehr hat", betonte Doppelmayr-Vorstand Hanno Ulmer. Eine mittelgroße Stadt wie Koblenz sei für ein solches Projekt prädestiniert. „Solche Großveranstaltungen wie die BUGA sind für Städte dieser Größenordnung in verkehrstechnischer Hinsicht immer ein Problem", so Ulmer. Mit der in Koblenz realisierten sogenannten Dreiseilbahn sei auch ein großes Touristenaufkommen gut zu bewältigen.

 

Nur dreijähriger Betrieb

Ziel sei es, ähnliche Projekte auch anderen Städten attraktiv erscheinen zu lassen. „In anderen Ländern geht das schon. Wir wollen uns mit diesen innerstädtischen Projekten von der Abhängigkeit vom Winter ein wenig lösen", so der Doppelmayr-Vorstand. Man sei derzeit mit verschiedenen Städten in Gesprächen, Details wolle er jedoch noch keine nennen. Morgen beginnt der dreimonatige Vorab-Betrieb der Bahn, danach wird sie erst mit Eröffnung der BUGA wieder in Betrieb genommen - und ein Jahr später bereits wieder abgebaut. Die Bahn befindet sich nämlich mitten im UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal", Doppelmayr erhielt nur eine dreijährige Betriebskonzession rund um die BUGA.


[ VN ]






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