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[ 21.04.2010 ]

Vorarlberger Industrie-Konjunktur: Eine Erholung ist nur langsam spürbar

„Die Industrie-Konjunktur entwickelt sich zurzeit weiter erfreulich positiv. Von einem Ende der Krise zu sprechen wäre jedoch verfehlt. Der Staat muss nun endlich seine Hausaufgaben in Sachen Effizienzsteigerung machen und bei den Ausgaben ansetzen, anstatt durch weitere Steuererhöhungen die zarten Konjunkturanzeichen zu gefährden".

Wenn zuletzt bei Österreich weiten Erhebungen von einem „starken Lebenszeichen" der Industrie die Rede war, können diese Anzeichen in  Vorarlberg nur bedingt bestätigt werden. „Jedes Plus ist ein positives Signal. Man darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass wir uns wertmäßig auf einem im Vergleich mit den Jahren der Hochkonjunktur nun deutlich niedrigerem Niveau bewegen", erklärt Spartengeschäftsführer Mag. Michael Amann.

  

Anzeichen einer weiteren Erholung sind allerdings sehr wohl zu erkennen: So hat sich der „Geschäftsklima-Index" der Vorarlberger Industrie gegenüber dem 4. Quartal 2009 weiter verbessert und hat erstmals wieder seit Anfang 2008 ein zweistelliges positives Niveau erreicht. Erfreulich entwickelt sich auch die Beschäftigungssituation in der Industrie. „Bedenkt man, dass gerade die Industrieunternehmen teilweise erhebliche Produktionseinbrüche verkraften und Personal reduzieren mussten, dann ist die derzeitige Ausbildungsleistung sehr hoch zu werten. Dieses Engagement ist auch Anzeichen dafür, dass wieder mit mehr Optimismus in die Zukunft geblickt wird. Sicher ist jedenfalls, dass nach der Krise gut ausgebildete Mitarbeiter verstärkt benötigt werden", betont Mag. Michael Amann.

  

50 Vorarlberger Industrieunternehmen mit insgesamt 21.176 Beschäftigten haben sich an der Konjunkturumfrage, die quartalsweise von der Industriesparte der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung durchgeführt wird, beteiligt.

 

Die Betrachtung der aktuellen Geschäftslage zeigt eine leichte Erholung gegenüber den vergangenen Quartalen. Nur mehr 7 % melden für das 1. Quartal 2010  (vgl. 4. Quartal 2009: 14%) eine schlechte Geschäftslage. Von 79 % wird sie als durchschnittlich und von 14 % als gut angegeben. Nur leicht besser wird der derzeitige Auftragsbestand beurteilt. 20% empfinden ihn als gut, 72 % als gleichbleibend und 8 % als schlecht. Positiv ist die Entwicklung der Auslandsaufträge. In diesem Bereich hat sich der Saldo von -3 % im vierten Quartal 2009 auf +15 % verbessert: 23 % der Industrieunternehmen berichten von einer guten, 68 % von einer durchschnittlichen und 8 % von einer schlechten Lage bei Auslandsaufträgen.

 

Sehr positiv wird die Produktionstätigkeit und Auslastung der Produktionskapazitäten in drei Monaten gesehen. Jeweils über 40 % bezeichnen sie als steigend und kein Unternehmen als abnehmend.

 

Erfreulichere Nachrichten gibt es auch hinsichtlich des Beschäftigtenstandes in den kommenden drei Monaten. 16 % erwarten einen Anstieg, 80 % rechnen mit einem Gleichbleiben und nur mehr 4 % mit einem Sinken der Mitarbeiterzahlen. Der Saldo hat sich damit gegenüber der Umfrage im 4. Quartal 2009 von -7% auf +12% verbessert.

 

Die Verkaufspreise hingegen entwickeln sich weiterhin hinter den Erwartungen. 25 % glauben an fallende Preise, 67 % der Befragten rechnen mit gleichbleibenden und nur 8 % mit steigenden Preisen in den nächsten 3 Monaten.

 

„Die Unternehmen haben aktuell auch mit höheren Rohstoffkosten, die v.a. auch durch den hohen Dollarkurs verursacht werden, zu kämpfen. Diese nicht beeinflussbaren Kostentreiber können die Industriebetriebe allerdings kaum an die Kunden weitergeben", betont Mag. Michael Amann, Geschäftsführer der Sparte Industrie.

 

„Die nur leichte Entspannung zeigt, dass die bisherigen unternehmerischen Anstrengungen zur Überwindung der Krise nicht durch zusätzliche Steuern wieder zunichte gemacht werden dürfen. Der Staat muss auf allen Ebenen endlich seine Hausaufgaben in Richtung Effizienzsteigerung erledigen."

 

 

Rückfragen:

Mag. Michael Amann

SPARTE INDUSTRIE

Tel. 05522 305-220,

E amann.michael@wkv.at


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