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[ 26.11.2009 ]

Gotthard-Tunnel-Bau mit Know-how von Getzner Werkstoffe

Vorarlberger Unternehmen lagert Fahrwege im längsten Eisenbahntunnel der Welt

Der Vorarlberger Schwingungsexperte Getzner Werkstoffe führt die elastische Lagerung der Fahrbahn im Gotthard-Basistunnel aus. Das Großprojekt, mit einem Auftragsvolumen von rund drei Millionen Euro, unterstreicht einmal mehr die führende Stellung von Getzner in der Schwingungsisolierung. Der nach der

Fertigstellung längste Tunnel der Welt soll 2017 in Betrieb gehen.

 

Das in Bau befindliche Vorzeigeprojekt der Schweiz, der Gotthard-Basistunnel, wird mit

Hilfe von Vorarlberger Know-how realisiert: Getzner Werkstoffe aus Bürs stattet den

künftig längsten Tunnel der Welt mit 390.000 Stück Schwellenschuh-Einlageplatten aus.

Zweck dieser Installation ist die Reduktion von Schwingungen, die beim Befahren des

Gleiskörpers entstehen. Das Ziel des Tunnelbaus ist die Verlagerung des Schwerverkehrs

von der Straße auf die Schiene. „Da die Nord-Süd-Verbindung in Richtung Italien auf ein

starkes Verkehrsaufkommen ausgelegt ist, waren bei der Auftragsvergabe - neben

unseren ausgezeichneten Referenzen - vor allem die hohe Qualität und Lebensdauer des

Werksstoffs entscheidend. Das Tunnelprojekt verbessert die Reise- und

Transportmöglichkeiten in Europa massiv. Dieser prestigeträchtige Auftrag unterstreicht

einmal mehr unsere Kompetenz und unsere weltweit führende Stellung in der

Schwingungsisolierung", freut sich DI Markus Tecklenburg, Leiter der Businessunit

„Projekte und Systeme" bei Getzner. Der Eisenbahntunnel geht voraussichtlich 2017 in

Betrieb und ist nach seiner Fertigstellung 57 Kilometern lang.

 

Auf leisen Sohlen

Da die Planer des Gotthard-Basistunnels von einer hohen Materialbeanspruchung

ausgehen, mussten die ausgeschriebenen elastischen Produkte mehrere Kriterien

gleichzeitig erfüllen: „Unsere Polyurethan-Produkte mussten im Vorfeld zum Beispiel hohe

Dauerbelastungsversuche erfolgreich bewältigen. Wir konnten überzeugen, weil sich

unsere Lösungen mehrfach bewährt haben. Zudem spricht auch unsere hohe

Lieferfähigkeit für sich", erklärt Dr. Roland Pfefferkorn, Geschäftsführer des Vorarlberger

Unternehmens. Die Technologie von Getzner - weltweit führend im Bahnbereich - erlaubt

zudem, dass die Strecke mit hohen Verkehrslasten und mit bis zu 200 km/h befahren

werden kann. Die Fachleute bringen hierfür elastische Lagerplatten unter den Schwellen

im Gleiskörper an. Diese in einem Betonwerk vorgefertigten, elastisch ummantelten

Schwellenblöcke werden in die Betonfahrbahn eingelassen.

 

Lötschberg-Basistunnel als Kompetenzbeweis

Vor sechs Jahren schon begannen die Gespräche zum Projekt Gotthard-Basistunnel. Um

bei der Ausschreibung mitmachen zu können, mussten die teilnehmenden Unternehmen

ihre Erfahrung unter Beweis stellen und bereits realisierte Referenzprojekte vorweisen.

Für Getzner Werkstoffe diente als Türöffner vor allem der Lötschberg-Basistunnel: ein

rund 35 Kilometer langer Eisenbahntunnel, der 2007 eröffnet wurde und sich auf der

Zulaufstrecke zum Gotthardtunnel befindet. Weiters überzeugte die erfolgreiche Mitarbeit

beim Zimmerberg-Basistunnel: Dieser Eisenbahntunnel ergänzt den Gotthard-Basistunnel

im Norden und sorgt für eine verbesserte Anbindung an den Verkehrsknoten Zürich.

 

Von der Straße auf die Schiene

Der Gotthard-Basistunnel ist Teil des Schweizer Großprojekts „Neue Eisenbahn-

Alpentransversale" (NEAT). Zu diesem Projekt gehören insgesamt neun

Eisenbahnverbindungen durch die Schweiz, die die Kapazitäten der Bahn im Nord-Süd-

Güterverkehr beträchtlich steigern. Getzner Werkstoffe ist insgesamt an praktisch allen

der hier bislang ausgeschriebenen Projekten beteiligt. Dazu gehören der

Zimmerbergtunnel, der Lötschbergtunnel sowie der Gotthardtunnel.

 

Schwingungisolierung der Bahnstrecke

Getzner Werkstoffe sorgt beim Gotthard-Basistunnel für eine effiziente Elastizität im

Gleiskörper. „Die in Beton eingelassenen Schwellen des Gleiskörpers werden auf Syodyn,

unserem elastischen Werkstoff, gelagert. Auf diese Weise erreichen wir eine

gleichmäßige Einsenkung der Schiene bei der Zugüberfahrt. Die Strecke kann dadurch

mit hohen Geschwindigkeiten befahren werden. Die speziellen Polyurethan-Platten

isolieren Schwingungen, die beim Befahren im Gleiskörper entstehen. Wir erhöhen den

Fahrkomfort und verringern zusätzlich den Verschleiß des Gleiskörpers und bei den

Zügen", erklärt DI Markus Tecklenburg die Hintergründe.

 

NEAT: Verbesserung des Eisenbahn-Transits in Nord-Süd-Richtung

Alle drei Projekte, Gotthard-Basistunnel, der Zimmerberg-Basistunnel und der Lötschberg-

Basistunnel, werden im Zuge der NEAT realisiert. Das Schweizer Großprojekt dient der

Verbesserung des Eisenbahn-Transitverkehrs in Nord-Süd-Richtung. Besonders

Gütertransporte von Deutschland und Frankreich nach Italien und umgekehrt profitieren

vom Bau des Gotthard-Tunnels: Er ermöglicht wesentlich höhere

Transportgeschwindigkeiten und -kapazitäten. Besonders für die Schweiz, aber auch für

den zentraleuropäischen Raum, hat der Gotthard-Basistunnel eine große wirtschaftliche

Bedeutung.

 

 



Gotthard-Tunnel
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