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[ 05.11.2009 ]

Hypo hält der LBBW die Treue

Simma: Partnerschaft intakt - LBBW muss wegen Krise 700 Mill. Euro jährlich sparen.

„Wir verfügen über keine Indizien, dass durch die aktuelle Neuausrichtung bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auch deren strategische Partnerschaft zu unserem Haus infrage gestellt wäre. Vorarlberg-Hypo und LBBW passen strategisch unverändert gut zusammen, außerdem stehen in Stuttgart eher große und weiter entfernte LBBW-Beteiligungen zur Disposition - mit knapp 16 Prozent LBBW-Beteiligung bilden wir kein großes Engagement, distanzmäßig sind wir sogar Teil des erweiterten Kernmarktes der auch nach den massiven Finanzturbulenzen größten Landesbank Deutschlands."

 

Existenziell getroffen

Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der Hypo Landesbank, Dr. Jodok Simma, gestern auf die „VN"-Frage, ob sich sein Haus nach einem neuen strategischen Partner umsehen muss, nachdem die LBBW neben dem Verkauf ihres Wertpapiergeschäfts auch den Abstoß ihrer Immobiliensparte und die Trennung von Beteiligungen ankündigte. Die LBBW steht mit dem Rücken zur Wand, seit sie sich massiv verspekuliert und von der Finanzkrise existenzbedrohende Treffer abbekommen hat. Die Eigentümer Land Baden-Württemberg, Stadt Stuttgart und baden-württembergische Sparkassen mussten nicht nur mit 5 Mrd. Euro „lebenserhaltender" Kapitalspritze, sondern auch mit Haftungen und Garantien von 12,7 Mrd. Euro dem Aus des Flaggschiffs vorbeugen. Das nunmehr geschnürte Sparpaket zwingt die LBBW zu Kostensenkungen von 700 Mill. Euro jährlich. War die LBBW 1998 eine falsche Wahl? Simma: „Wir beide waren über Jahre Nutznießer der Konstellation. Die Hypo, indem sie via LBBW Zugriff auf Strukturen, Produkte und Märkte hatte, die wir als Solist nicht gehabt hätten. Die LBBW, indem sie über uns in einen attraktiven Markt hineinarbeiten konnte, der ihr ohne unsere starke regionale Verankerung kaum offen stünde. Und wenn ich mir die damals ins Auge gefassten Alternativen ansehe - z. B. die BayernLB, aber auch Raiffeisen und Erste in Österreich - so stehen auch die entweder mit schon erlittenen tiefen Schrammen da oder haben noch gar nicht wirklich bezifferbare Risken/Unwägbarkeiten im Portfolio." Nein, sagt Simma, die LBBW ist noch immer der Primus unter den deutschen Landesbanken und „sollte gemeinsam mit uns wieder bessere Tage sehen". Nicht verkneifen kann und will sich der Hypo-Chef einen Seitenhieb auf die EU-Kommission, auf die EU-Wettbewerbskommissarin/-behörde insbesondere, die „sich in ihrem Übereifer hinsichtlich Haftungen der öffentlichen Hände offenbar selbst überdribbelt hat".

 

Seitenhieb auf Brüssel

Während noch vor wenigen Jahren z. B. der Landes-Hypo die Landeshaftung unter Aufbietung von Wettbewerbs-Argumenten rigoros abgesprochen wurde (diese öffentliche Haftung ist denn auch 2007 ausgelaufen), würden neuerdings „bislang privat geführte Banken von Großbritannien über Frankreich und Deutschland bis nach Österreich mehr oder weniger radikal verstaatlicht, um den Folgen der Finanzkrise hoffentlich doch noch Herr zu werden", sieht Simma die EU-Wettbewerbshüterin Neelie Kroes mit ziemlichen Widersprüchen aus ihrem heiklen Amt scheiden.



[ VN - Erich Ortner ]






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