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[ 25.05.2009 ]

Vorarlberger Maturantenbefragung 2009

Bereits zum fünften Mal hat die Industriellenvereinigung gemeinsam mit dem Landesschulrat für Vorarlberg eine Befragung aller Vorarlberger Maturanten durchgeführt.

Die Ergebnisse dieser Umfrage, an der nahezu alle MaturantInnen des aktuellen Maturajahrgangs teilgenommen haben, wurden heute in einer Pressekonferenz vorgestellt.

 

Positive Beurteilung des Wirtschaftsstandortes

Ein sehr positives Bild zeichnen die Vorarlberger MaturantInnen vom Wirtschaftsstandort Vorarlberg: 18 % bewerten ihn als sehr gut, 65 % als eher gut. Nur 16 % der Befragten haben ein eher schlechtes (15 %) bzw. sehr schlechtes (1 %) Bild von unserem Wirtschaftsstandort. Die positivste Bewertung geben die HTLs ab.

 

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in 12 Monaten ist gemäß der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise sehr viel negativer ausgefallen als in der letzten Befragung: 52 % der MaturantInnen glauben, dass sie sich eher verschlechtern wird, aber immerhin 15 %, dass sie sich verbessern wird. Die momentane Arbeitsmarktlage wird für den Wirtschaftsraum Vorarlberg fast gleich beurteilt wie 2006: 2 % bewerten sie als sehr gut, 33 % als eher gut, 41 % als eher schlecht und 4 % als sehr schlecht. Am positivsten sehen den Arbeitsmarkt die MaturantInnen der Tourismusschulen. Sehr positiv werden auch die Chancen am Arbeitsmarkt nach Abschluss der Ausbildung gesehen: 16 % beurteilen ihre Chancen als sehr gut, 53 % als eher gut, 15 % als eher schlecht und nur 3 % als sehr schlecht. Die größten Chancen sehen die MaturantInnen im Bereich Kindergartenpädagogik und Tourismus.

 

Die Industrie und ihre Bedeutung - weiterer Informationsbedarf

Bezüglich der Bedeutung der Wirtschaftszweige gibt es nach wie vor Aufklärungsbedarf. Auf die Frage, welcher Wirtschaftszweig dem Land Vorarlberg am meisten Geld bringt (Bruttowertschöpfung), wurde der Tourismus noch knapp vor die Industrie gereiht. Die Industriellenvereinigung Vorarlberg nimmt die Ergebnisse wieder zum Anlass, die Information zum Stellenwert der Industrie in Vorarlberg weiter fortzusetzen. Im Herbst wird den Höheren Schulen wieder ein Vortrag zum Themenbereich „Industrie & Europa" durch die Junge Industrie und die Industriellenvereinigung angeboten.

  

Das Bild von der Industrie selbst ist wie in der letzten Befragung sehr positiv, vor allem das Qualitätsbewusstsein wird hoch bewertet, gefolgt von der Innovationskraft und sie wird als erfolgreich angesehen.

 

Der Weg in die Selbständigkeit: vorstellbar, aber risikoreich

61 % von Vorarlbergs MaturantInnen könnten sich vorstellen, sich selbständig zu machen (2006: 59 %). Größeres Interesse an der Selbständigkeit haben die männlichen Befragten mit 72 %, die MaturantInnen an den AHS mit 66 %, an den Tourismusschulen mit 65 % und an den HTL's mit 63 %.

 

Das Risiko der Selbständigkeit wird wie schon im Jahr 2006 sehr hoch (23 %) bzw. hoch

(68 %) eingeschätzt.

 

Positive Einstellung zur EU

In Anbetracht der bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament am 7. Juni ist die Industriellenvereinigung über die Einstellung der Jugend zur EU sehr erfreut.

 

Die persönliche Meinung der befragten MaturantInnen zur EU ist sehr positiv, 28 % sind absolut dafür, 58 % eher dafür, 12 % eher dagegen und nur 2% absolut dagegen. Die größten EU-Befürworter gibt es an der BLA Tourismus.

 

Frage: Wie stehen Sie persönlich zur Europäischen Union?

Die Frage, ob Vorarlberg vom EU-Beitritt profitiert hat, bejahen in der Umfrage immerhin

44 %. 52 % geben an, dass sie dies nicht beurteilen können. Auch hier sieht die Industriellenvereinigung eine Möglichkeit, durch Vorträge in den Schulen weiter aufklären zu können. Als positive Gründe werden die Öffnung der Grenzen, die wirtschaftlichen Vorteile oder der Euro gesehen.

 

Die größten Chancen der Europäischen Union sehen die befragten MaturantInnen im Personen- und Warenverkehr, in der Währungsunion sowie in der wirtschaftlichen Integration.

 

Information über Wirtschaft in den Schulen gestiegen

Die Informationen über die Wirtschaft in den Schulen haben sich gegenüber der Maturantenbefragung 2006 verbessert. 15 % der Befragten beurteilen sie als sehr gut (2006: 9 %), 35 % als gut (2006: 33 %), 29 % als ausreichend (2006: 31 %) und 21 % als zu wenig

(2006: 26 %).

    

Internet von den MaturantInnen am meisten genutzt

Eine Frage war auch den Informationsquellen bezüglich Wirtschaft gewidmet. Einen hohen Stellenwert bei der Informationsbeschaffung haben das Internet, Zeitungen/Zeitschriften, Eltern/Verwandte sowie Radio/Fernsehen.

 

Zusammenfassung

Die Maturantenbefragung ist für die Industriellenvereinigung Vorarlberg ein wichtiges Instrument für bildungspolitische Maßnahmen. Dank der Kooperation mit dem Landesschulrat und sämtlichen Höheren Schulen können jeweils hohe Rücklaufquoten erzielt und qualifizierte Ergebnisse publiziert werden. Sie gibt auch immer wieder Anlass, neue schulspezifische Projekte und Kooperationen nach Bedarf zu entwickeln.

 

Auch für den Bereich Technik und Naturwissenschaften liefert die Maturantenbefragung wichtige Hinweise. Z.B. könnten sich 85 MaturantInnen, die zum momentanen Zeitpunkt noch keine Entscheidung getroffen haben, vorstellen, ein Technikstudium in Betracht zu ziehen, weil sie Technik interessiert, die technischen Berufe Zukunft haben oder weil die Nachfrage nach Technikern sehr groß ist.

  

 

  

Mag. Michaela Wagner

Industriellenvereinigung Vorarlberg

Geschäftsführerin

Competence Center Rheintal

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Mag. Michaela Wagner, LR Mag. Siegi Stemer
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