Liebherr: Umsatz-Milliarde wieder im Visier
Nach Konjunkturdelle in 2009 ist Liebherr wieder auf Wachstumskurs.Bei Liebherr in Nenzing stehen die Zeichen auf Wachstum. 2011 konnte der Kranhersteller den Umsatz von 824 Millionen um 6 Prozent auf 876 Millionen Euro steigern. Nach der Konjunkturdelle 2009 ziehen die Geschäfte wieder stark an. „Wir erwarten uns im Ausblick ein noch deutlicheres Wachstum in der Bandbreite von 8 bis 10 Prozent", so Unternehmenssprecher Wolfgang Pfister zu den VN. Man habe die Umsatz-Milliarde, die 2008 erstmals überschritten wurde, wieder im Visier. „Auch wenn wir das heuer noch nicht schaffen werden, wollen wir dem Ziel so nahe wie möglich kommen."
Bei Liebherr trägt die wachsende internationale Ausrichtung Früchte. So habe der asiatische Raum inklusive Australien und Indien im Vorjahr rund 40 Prozent des Volumens beigesteuert. Die Auftragseingänge in diesen Regionen seien unverändert gut. „Wir werden den Anteil auch heuer halten", so Pfister. Auffällig gut habe sich im Vorjahr die Region Südamerika entwickelt. Pfister spricht von fast einem Fünftel des Umsatzes und von Auftragseingängen, die zu einem großen Teil erst heuer ausgeliefert werden. Der Europa-Anteil (inklusive Russland) am Gesamtvolumen sei 2011 nicht mehr rückläufig, aber eher auf niedrigem Niveau gewesen.
Das Europa-Geschäft macht rund ein Drittel des Gesamtvolumens aus. „Das zeigt, dass wir deutlich globaler ausgerichtet sind", so der Liebherr-Sprecher zu den VN. Damit sei man auch von aktuellen Problemen, wie der Finanzkrise einiger europäischer Staaten, weniger abhängig.
Dynamik in Afrika
Nachgelassen habe bei Liebherr der frühere Boom aus dem Mittleren Osten. Dafür gebe es starke Impulse aus dem Afrikanischen Raum, der fünf Prozent des Umsatzes beisteuert. Nigeria, Südafrika und Angola seien Länder mit großer Dynamik gerade im Bereich von Hafenkränen, so Pfister.
Nach Sparten aufgeteilt liegt bei Liebherr Nenzing die Produktgruppe Hafenmobilkrane mit 35 Prozent knapp vor den Baumaschinen (ein Drittel). Den dritten Platz teilen sich die Bereiche Offshore- und Schiffskrane. „Aus dem Offshorebereich erwarten wir uns für heuer stärkere Impulse", so Wolfgang Pfister zu den VN. Es sei ein wachsender Markt. „Das hat mit den Windparks zu tun, die auf See errichtet werden. Da braucht es große Krane." Auch die hohen Rohölpreise würden dem Segment in die Hände spielen. „Da lohnen sich dann auch größere Abbautiefen", so Pfister. Das merke man an den verstärkten Aktivitäten der Unternehmen in diesem Bereich.
Die erfolgreiche Marktpräsenz hat bei Liebherr auch viel mit neuen, innovativen Produkten zu tun. Mit einem Hybridantrieb für Hafenmobilkrane (Pactronic) sei Liebherr am Markt ein Durchbruch gelungen. Zudem decke man mit Tiefseekranen ein neues Segment ab, das bisher nicht bedient wurde.
Fokussierung im Gange
Aktuell finden in Nenzing Strukturoptimierungen statt. „Es werden klare Zuständigkeiten geschaffen, um sich noch besser auf die Themen zu fokussieren", erklärt Pfister. Idee dieser Fokussierungen sei es, jede einzelne Sparte noch zielgerechter voranzutreiben.
Mit dem Umsatzwachstum im Rücken sind 2011 in Nenzing neue Arbeitsplätze entstanden. Aktuell beschäftigt Liebherr am Standort 1652 Mitarbeiter (+70), davon 129 Lehrlinge. „Mehr als je zuvor", so Pfister.


