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28.04.2011

Industrie-Konjunktur: Positive Entwicklung hält weiter an

Die Konjunkturlage der Vorarlberger Industrie ist weiter stabil. Dies zeigt sich in erster Linie am Geschäftsklimaindex (Mittelwert aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten). Gegenüber dem 4. Quartal 2010 ist er zwar leicht rückläufig, weist mit 42,6% aber weiterhin einen sehr hohen Wert auf.

„Wir sehen aktuell ein sehr gute und erwarten auch mittelfristig eine stabile Lage", so Mag. Michael Amann (Geschäftsführer Sparte Industrie). Allerdings sei es noch zu früh, um langfristig seriöse Aussagen machen zu können. Die schwierige Wirtschaftslage der vergangenen Monate wirke in machen Bereichen immer noch nach.

 

50 Unternehmen mit insgesamt 22.367 Beschäftigten haben sich an der aktuellen Konjunkturumfrage (1. Quartal 2011) der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung Vorarlberg beteiligt.

 

Die Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage in der heimischen Industrie hat sich gegenüber dem vorherigen Quartal leicht verschlechtert. 62% bewerten diese als gut, 36% bezeichnen sie als durchschnittlich und nur 1% spricht aktuell von einer schlechten Geschäftslage. Erfreulich ist die Beurteilung der Geschäftslage in sechs Monaten.  Der Saldowert (aus positiven und negativen Rückmeldungen) hat sich gegenüber dem 4. Quartal 2010 von 18% auf 24% verbessert.  Während 72% von einer durchschnittlichen Geschäftslage im nächsten halben Jahr sprechen, erwarten 26% eine bessere Situation.

 

Ertragsentwicklung unsicher

Unerfreulich sind dagegen die Erwartungen für die Ertragssituation in sechs Monaten. Der Saldowert verschlechtert sich von +6% auf -8%. 26 % der befragten Unternehmen rechnen mit einer schlechteren Ertragssituation im kommenden halben Jahr. Hier wirken sich die stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise aus.

 

Einzelergebnisse (Auszug)

  • In der Maschinen- und Metallindustrie  geht es weiter aufwärts. Dies ist besonders beim Beschäftigtenstand zu beobachten. 54% wollen in drei Monaten zusätzliches Personal einstellen. Der Saldowert hat sich von 12% auf 47% erhöht.
  • Trotz stabiler Lage in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie zeigt die Einschätzung der derzeitigen und künftigen (in sechs Monaten) Ertragssituation ein betrübliches Bild. 32% bezeichnen die aktuelle Ertragssituation als schlecht, 30 % rechnen in den nächsten sechs Monaten mit einer weiteren Verschlechterung. „Dies dürfte vor allem auch den dramatisch gestiegenen Rohstoffpreisen zuzurechnen sein", so Mag. Amann.
  • Die Vorarlberger Textilindustrie hält sich weiter stabil. Gegenüber dem 4. Quartal 2010 ist sogar eine leichte Verbesserung feststellbar. Besonders die Exportzahlen gehen ein wenig nach oben (der Saldowert aus gut und schlecht verbessert sich von 15 auf 37%).
  • Bemerkenswert ist das weiterhin hohe Niveau in der Elektroindustrie. Keine Kategorie wurde negativ beantwortet. Der Mangel an Fachkräften zeigt sich hier am deutlichsten. 70% wollen in den nächsten drei Monaten den Beschäftigtenstand erhöhen.

Aktuell und mittelfristig stabil

Die Vorarlberger Industrie zeigt sich aktuell und in den nächsten sechs Monaten insgesamt als stabil. Weiterhin spielt das Fachkräftethema eine entscheidende Rolle. „Das Thema zieht sich von der eigenen Lehrlingsausbildung über die Ausbildungen an HTL, FH bis hin zur ,kompetenzorientierten Zuwanderung'.  Die Rot-Weiß-Rot-Card ist ein auf den Arbeitsmarkt zentriertes Migrationsmodell, mit dem auch der Fachkräftemangel wirkungsvoll bekämpft werden soll", so Spartengeschäftsführer  Mag. Michael Amann.

 

An einem innovationsorientierte Standort wie Vorarlberg werden Faktoren wie Bildung, Forschung & Entwicklung sowie die Innovationskraft insgesamt zu immer bedeutenderen Vorleistungen für den heimischen Produktionsprozess von Waren und Dienstleistungen. Damit wächst seitens der Wirtschaft ständig der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften.

 

 

Anhebung des Forschungsdeckels gefordert

Die Industrie ist der Motor für Forschung, Entwicklung und Innovation. Pro Beschäftigten geben die Industriebetriebe über 6.000 Euro für Forschung und Entwicklung aus. „Durch steuerliche Hemmnisse ist allerdings die Kooperationsbereitschaft von Unternehmen mit Forschungseinrichtungen und Universitäten beschränkt", erklärt Amann. So wird der Steuervorteil bei Auftragsforschungen auf 100.000 im Jahr beschnitten. Die Industrie fordert daher österreichweit eine Anhebung des Deckels auf fünf Millionen Euro.

Eine deutliche Anhebung des Deckels führt zu einer Win-win-Situation, die sowohl den heimischen Unternehmen, insbesondere den Industriebetrieben, den Forschungseinrichtungen wie auch dem Forschungsstandort Österreich und den Universitäten zu Gute kommt und gleichzeitig hochwertige neue Arbeitsplätze schafft.

 


[ Mag. Michaela Wagner ]
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